Wie bitte? Du denkst sie konnte gerade noch eine Bemerkung herunterschlucken zu MEINEM Aktionswahn? Wie kommst du bloss auf eine solch unmögliche Idee!
Statt einer Antwort erzählt Renate weiter: «Karis Frau hat mir noch etwas Spezielles erzählt: Die beiden stopfen alle Abfälle in neutrale, schwarze Abfallsäcke. Ihre Ferien planen sie dann immer in der Ostschweiz. Da soll es immer noch eine Gemeinde geben, wo man keine Abfallsack-Gebühr kennt. Und so stellen sie dann auf dem Weg in die Ferien an diesem Ort um die zehn Abfallsäcke hin…»
«Sehr delikat!» Ich denke nach. «Ob das nicht müffelt im Auto? Ich meine, so Abfall schimmelt doch nach einigen Tagen… Also ICH finde das schon SEHR eigenartig!»
Reante schliesst die Augen. Als sie mich wieder ansieht, wirkt sie erschrocken.
«Meinst du, der Kari und seine Frau sind so arm?»
Ich überlege. Der Kari arbeitet doch bei uns im Betrieb. Da verdient man eigentlich nicht schlecht. Obwohl… Gestern hat er nach seinem Portemonnaie gesucht. Oder nur so getan?»
«Ist schon gut, Kari», meint Heiner, «ich lade euch nämlich ein. Habe morgen Geburtstag.» Er grinst. «Und so günstig kommt es mich wohl nie wieder, wenn der Billy bloss EIN Bier trinkt!»
Ich schaue zu Renate. «Ob der Kari Schulden hat?»
Sie zuckt die Schultern. «Würdest denn DU das deinen Kumpels unter die Nase reiben?»
«Wohl kaum.»
Sie legt sich hin und klopft mit der Hand neben sich. «Leg dich neben mich. Und was habt ihr denn sonst noch geredet?»
«Och… Halt noch vom Eidgenössischen…»
«Vom Schwingfest?»
Ich staune. Dass sie das wahrgenommen hat? Ich lege mich ins Bett und nicke.
«Der Heiner hat sich total aufgeregt. Das ganze Fest sei völlig ungerecht gewesen.»
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