Aus der zweiten Reihe, Radtour 5

Nun habe ich ein doppeltes Problem: Kaum genug Strom für mein E-Bike. Und keine Identitätskarte. Aber die Gruppe setzt sich schon wieder in Bewegung. Es geht in ein Tal hinein. Und in diesem Tal tendenziell eher nach oben. 

«Jetzt sind wir bald da», tröstet mich Rainer. «Du, ich mach hier noch ein Foto, da hinten sehe ich Rauch, ich glaube, auf dem Bahntrassee neben uns kommt bald eine Dampflok, die haben hier einen Liebhaber-Verein… Ich hole dich schon wieder ein.»

«OK.» Viel mehr könnte ich nicht sagen, denn ich schnaufe selber wie ein Dampfross. Und ich muss den Anschluss halten zur Gruppe. Dabei darf ich nicht zu viel Energie verbrauchen, also fahre ich nur mit geringster Unterstützung. Mit dem einen Auge schiele ich auf die Anzeige.  Bloss noch 47 km bleiben mir. Wie soll ich den Heimweg schaffen?

Dann biegen wir in eine Senke ab. Und unten steht das Wirtshaus. Die meisten sind schon abgestiegen. Und was sieht da der Billy? Eine Menge Velo-Auflade-Stationen! Erleichtert steige ich ab. Mir zittern die Knie. Auch Rainer kommt angesaust. 

«Ähm, Rainer, ich weiss nicht, wie man das Radl an die Ladestation anschliesst.»

Erstaunt schaut er mich an. «Also ich brauche meins nicht anzuschliessen. Hab noch Saft für über 150 km!»

Ich wende mich deshalb an Turi. «Kannst du mir helfen? Ich weiss nicht, wie ich den Akku hier aufladen kann.»

Er runzelt die Stirn. «Hast du schon keinen Akku mehr?»

Ich hebe Schultern und Hände. «Ich glaube, der war gar nicht voll. Auf dem Display steht, ich kann nur noch 47 km fahren.»

«Ich kümmere mich darum», verspricht er, und eilt davon. Nach wenigen Minuten kommt ein Angestellter mit einigen Kabeln. «Das haben wir gleich», meint er. Und tatsächlich: Im Nu leuchtet die Kontrollleuchte auf. Erleichtert atme ich auf. «Das macht dann 5 Euro», meint der Mann. 


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