Am Donnerstag also holt mich der Turi ab. Sein Bruder hat das Rad bis zu mir gefahren. Er lächelt etwas säuerlich, als er mir das Rad übergibt.
«Viel Spass!», wünscht er mir.
Ich habe den Regenschutz, die Sonnencreme, zwei Trinkflaschen, ein Hütchen, einen Lunch, das Ladegerät fürs Handy, die Sonnenbrille, Ersatzwäsche (wenn ich alles nass geschwitzt habe), einige Energieriegel, den Feldstecher, Verbandzeug und einige Kleinigkeiten in eine Tasche gepackt. Die wuchte ich nun auf den Gepäckträger und zurre alles mit einem Gummizug fest.
«Sag mal», fragt Turi, «willst du in die Ferien?»
Verständnislos schaue ich ihn an. «Warum?»
«Ich frag’ bloss, weil du so viel eingepackt hast.»
Ich winke ab. «Wir fahren ja mit dem E-Bike. Da ist das doch kein Problem.»
«Wenn du meinst… Hast du einen Helm?»
Ich eile nochmals ins Haus. Dort nehme ich den Velohelm meiner Frau vom Kleiderhaken. Rosarot und mintgrün.
«Schickes Modell», lächelt Turi.
Ich ziehe ihn an. Und setze die Sonnenbrille auf. «Also, los!»
«Moment! So taugt der Helm nicht viel», sagt Turi. Er steigt ab und kommt zu mir. Fingert am Verschluss und den Bändern herum.
«He! Was soll das? Das ist doch viel zu eng!», wehre ich mich.
«Nein. Das ist nun gerade richtig. Ein Finger geht noch zwischen die Bänder und dein Doppelinn!»
Entrüstet schaue ich ihn an. «Ich bin NICHT dick!»
Er grinst mich an. «Sagt wer? Obelix?»
Ich blicke finster zurück.
«Lass uns fahren», sagt er versöhnlich. Ich trete in die Pedale. Und staune. Weil ich sie kaum bewegen kann. Also steige ich wieder ab. Ich will mich am Kopf kratzen, aber das geht nicht, trage ja einen (ungewohnten) Velohelm.
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