Aus der zweiten Reihe, Fitness-Studio II, 7

«Doch, doch. Du brauchst einen guten Start, und dann steigerst du dich LANGSAM. So, dass du gar nicht richtig merkst, dass immer mehr Gewicht im Spiel ist», behaupte ich.

Misstrauisch schaut mich Gustav an. «Für wen machst du diesen Krampf? Für dich oder für die Claudia?»

«Am Anfang dachte ich, ich mache das für Renate. Aber unterdessen merke ich, dass es mir besser geht, wenn ich dieses Training mache. In der Nacht schlafe ich besser, am Morgen fühle ich mich fit. Die Gelenke knacken weniger, wenn ich morgens die Treppe hinuntergehe.»

Gustav seufzt. «Wenn nur der Anfang nicht so schwierig wäre…»

Ich klopfe ihm auf die Schulter. «Frag mal die Claudia. Mit ihr geht das wie von selbst…»

Gustav schüttelt den Kopf. «Na ja, wenn ich ihr dabei zusehen dürfte, wie SIE die Übungen macht, dann vielleicht! Ist ein hübscher Käfer, nicht?»

«Sie könnte deine Tochter sein…»

Er nickt. «So junge Mädchen fühlen sich manchmal von älteren Herren angezogen…»

«Haha! Gustav, ein guter Rat: In deinem Alter überlegt man sich eher, ein grosses Motorrad zu kaufen, als einen Blödsinn zu machen!»

«Blödsinn?» Verständnislos schaut er mich an.

«Nun: Willst du das zweite Mal einen Neustart mit Kleinkindern, Kindergeschrei, neues Haus bauen und so weiter?»

Er kratzt sich am Kopf. «Andere begnügen sich mit einer Affäre!»

Ich schüttle den Kopf. «Du spinnst! Hast eine patente Frau und überlegst dir ernsthaft solche Dinge?»

Er grinst. «Man wird ja wohl hin und wieder träumen dürfen!»


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