Ich versuche es. Zuerst ganz gemütlich. Dann merke ich aber, dass ich so keine anderen Skifahrer überholen kann und werde mutiger.
«Nicht schlecht», sagt Claudia anerkennend. «Versuch es noch etwas schneller.»
Langsam kriege ich Spass an der Sache.
«Das ist natürlich nur zum Aufwärmen», sagt Claudia.
Ich bin etwas enttäuscht. Merke aber auch, dass ich wie angefixt bin, und freue mich schon auf das nächste Training.
Die nächsten Übungen sind härter. Ich gebe mir aber Mühe und beginne schnell zu schwitzen.
«Übertreib nicht am Anfang!», meint Claudia. «Du wirst morgen Muskelkater haben. Dehne nun lieber noch ein wenig. Und morgen darfst du keine zusätzlichen Übungen machen. Komme lieber dreimal die Woche eine halbe Stunde, als zweimal eine Stunde.»
Nach dem Training verspüre ich eine innere Wärme. Ich fühle mich gut. Eigentlich habe ich mir ein Bierchen verdient…
‘Halt!’, sagt meine innere Stimme, ‘versau nicht dein Training! Renate hat sicher feinen Eistee gemacht, mit Zitronen-Verbene oder Zitronen-Melisse. Da schlafe ich nachher sicher auch besser, als wenn mir das dritte Bier aufstösst.
«Hallo Schatz», sagt Renate als ich heimkomme.
Ich strahle sie an.
«Was ist?», fragt sie überrascht. «Habe ich deinen Geburtstag vergessen?»
«Nein, ich fühle mich einfach gut.»
«War die Claudia heute Trainerin?», fragt sie misstrauisch.
«Ähm, ja, aber daran liegt es nicht. Die haben da ein neues Gerät. Das macht einfach Spass. Und da übe ich nachher viel lieber.»
Ich packe meine Sachen aus.
«Man sieht und riecht es», sagt meine Frau, «du hast heute richtig geschwitzt. Geh unter die Dusche, mein Dickerchen!»
Ups! Das war ein neuer Übername. Glaube nicht, dass mir der gefällt. Ich muss unbedingt härter trainieren und weniger Bier trinken!
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