Aus der zweiten Reihe, Fitness-Studio II, 1

Ein Bier ist gut. Aber meine Frau ist mir wichtiger. Und natürlich meine Gesundheit. Warum ich das sage? Also: Das begann mit einer Bemerkung von Renate:

«Deine Armmuskeln sind zwar vom Training nicht grösser geworden. Aber immerhin straffer.»

Ich schaue zu meinem Bizeps. «Findest du?»

Sie fährt ihre Hand wie eine Zange aus und drückt meinen Oberarm. 

«Doch, doch! Eindeutig mehr Mäuse!»

Das erstaunt mich doppelt. Erstens ist meine Frau mit Komplimenten eher zurückhaltend. Und zweitens ist der Besuch im Fitness-Studio ja jeweils kurz. OK! Ich mache immer etwas für die Oberarme. Und wenn es nur das Heben von einem Bierhumpen ist, hahaha! Habe aber dann doch zu Gustav kürzlich gesagt: «Hey, Mann! Ich muss unbedingt mehr für meinen Body tun. Geh du nur in die Bar, ich muss noch Rumpfbeugen machen oder so!»

«Bist du krank?», fragt er besorgt.

«Nein. Aber Renate meint, ich mache Fortschritte.»

«Bei was?», feixt er, «beim Biertrinken?»

«Nein, bei meinen Muckis. Und ich sage dir: Da will ich dranbleiben. Jetzt muss ich an meinem Bauch arbeiten.»

«Was ist mit dir los?», fragt er, «bisher hat er dich doch nie gestört.»

«Aber Renate macht sich Sorgen. Und hin und wieder habe ich Bauchgrimmen. Dann kann ich auch nicht mehr die Schnürsenkel binden…»

«Dafür gibt’s doch Schlüpfschuhe! Und nimm halt einen Säureblocker zum Essen.»

«Nee, du! Ich will das wirklich ändern.»

«Aber für Vorsätze bist du doch viel zu spät! Ist doch Sommer. Da kannst du doch damit warten, bis wieder Neujahr vor der Türe steht.»

«Gute Vorsätze kann man immer fassen», sage ich bestimmt. 

«Na ja, ich kann ja auch noch fünf Minuten bleiben», meint er lustlos.


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