Aus der zweiten Reihe, Estrich räumen 3

«Ich bekomme dann noch 57 Franken 90 von Ihnen.»

Ich blicke Sie erstaunt an. «Wie bitte? Ich dachte, es ist ein Geschenk meines Vaters?»

«Ja, und von Ihnen. Er war bereit, 80 Franken auszugeben. Nicht mehr…»

«Aha», kann ich nur sagen und zücke mein Portemonnaie.

Vor dem Geschäft versuche ich, die Giraffe auf den Gepäckträger zu bekommen. Der ist natürlich zu klein. Eine Gruppe Jugendlicher bleibt interessiert stehen. Sie kommentieren meine Geschicklichkeit und schliessen schliesslich Wetten ab, wie weit ich mit der Giraffe kommen werde. Wütend schaue ich sie an. Obwohl ich einen Gummizug dabeihabe, brauche ich etwa eine Viertelstunde, bis das Vieh auf meinem Fahrrad einigermassen stabil befestigt ist. Allerdings kann ich jetzt nicht mehr Fahrrad fahren, da die Giraffe über meinen Sattel ragt. Also muss ich das Velo heimstossen.

«Was ist nun?», ruft Renate nach oben. «Bist du noch da? Oder schon eingeschlafen?»

Ich zerre die Giraffe zur Luke und senke sie vorsichtig nach unten. 

«Pfui Teufel! Was ist das? Ein Gespenst?»

«Freddys Raffi…»

«Ah… die Giraffe! Schatzi… Bevor du die nächste Staubflut nach unten loslässt, könntest du oben mal den Staub saugen.»

Mürrisch stieg ich die Leiter herunter und hole den Staubsauger. Mühsam wuchte ich ihn dann die Leiter hoch in den Estrich. Doch schon nach wenigen Minuten beginnt das Gerät asthmatisch zu pfeifen, und bald schwillt der Lärm bestialisch an. Meine Frau schreit unten etwas. Plötzlich verstummt das Gerät. 

«Schatzi! Du musst einen neuen Staubsaugersack einsetzen!», ruft Renate.

Habe so etwas Ähnliches befürchtet, hoffte aber, das umgehen zu können. 

«Schatz», sage ich, «ich habe eine so trockene Kehle…»

Ich steige die Leiter hinunter. Sie schaut mich ernsthaft an.


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