Aus der zweiten Reihe, Café 5

Kurz nachdem die Frauen gegangen sind, sehe ich Frau und Tochter zurückkommen. 

«Ich hätte eine Einkaufstasche mitnehmen sollen», stöhnt meine Frau, stellt mehrere Plastiksäcke auf den Tisch und lässt sich in den Stuhl fallen.

«Ja, und Papi!», ergänzt meine Tochter.

Verständnislos schaut Renate Nadja an. «Warum denn Papi?»

„Damit du die Einkaufstasche nicht bis zum Auto tragen musst, natürlich!»

Ich ziehe die Augenbrauen hoch.

Irritiert blickt Renate zu mir. 

«Was ist?»

«Na ja…»

«Ist doch «härzig»», findet sie.

«So, so.»

«Was hast du denn?»

Ich schaue ihr in die Augen. 

«Du findest es «härzig», dass ich als «Packesel» gut bin?»

Sie zieht die Stirn kraus. «Was soll das jetzt? Spielst du die beleidigte Leberwurst? Nadja hat das doch anders gemeint: Du bist halt der starke Kerl in unserem Haushalt.»

‘Und der Geldscheisser’, denke ich. Passt ja auch zum Esel. Was war das schon wieder für ein Märchen? «Tischlein deck dich»? Lebt die Trudi Gerster eigentlich noch? Diese Märchen habe ich doch immer auf Schallplatte gehört. Und die Kinder wissen schon nicht mehr, was das ist. Oder eine Kassette.

«Wenn das so ist…», sage ich.


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