Er zündet sich die Zigarette mit einem Benzin-Feuerzeug an. «Erbstück, von meinem Taufpaten», sagt er, als er meinen Blick wahrnimmt. Er achtet darauf, dass der Rauch nicht zu mir hinüberweht. Zieht den Rauch tief hinunter, so tief, dass kaum inhalierter Qualm beim Ausatmen austritt.
«Soll ich Kringel für sie machen?», fragt er belustigt.
Ich werde rot, weil ich merke, dass er sich beobachtet fühlt, und schaue weg. Als er fertig geraucht hat, tritt er sorgfältig die Glut unter dem Tisch aus. Und legt den Stummel ungeniert unter die Blätter der Balkonpflanze am Gartenzaun neben uns.
«He, Sie! Das können Sie nicht machen», wage ich zu sagen.
«Warum denn nicht?»
«Wissen Sie denn nicht, wie viele Giftstoffe in einem Zigarettenstummel sind?»
«So sieben- bis achthundert werden es schon sein.»
«Davon geht doch die Pflanze kaputt», ärgere ich mich.
«Das glaube ich weniger.»
«Wir werden es ja sehen. In ein paar Wochen…»
Er gluckst und unterdrückt ein Lachen.
«Das finden Sie lustig?»
«Oh ja! Schauen Sie doch die Pflanze genauer an! Die ist künstlich!»
«Zigarettenstummel bei Balkonpflanzen sind in jedem Fall eine Sauerei! Das vergiftet doch auch die Erde!»
Jetzt kann sich der Mann fast nicht mehr beherrschen. «Sie gefallen mir», sagt er grinsend. «Wenn sich jeder wie Sie für die Umwelt einsetzen würde!»
«Sie könnten sich ja auch Mühe geben», knurre ich.
«Mache ich ja», sagt er mit einer Lachträne im Augenwinkel. «Mich störten die vollen Aschenbecher, die auf den Tischen herumstehen. Die stinken da vor sich in. Und im Service können sie ja nicht alle Augenblicke den Abfall abräumen. Deshalb habe ich meinen persönlichen Aschenbecher unter der Plastikblume hier versteckt. Unter den künstlichen Blättern stinkt er weniger als auf dem Tisch. Stimmt doch?»
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