Was sich geändert hat in letzter Zeit? Meine Frau «deponiert» mich neuerdings beim Einkaufen am Samstag im Café. Genau, das neben dem Supermarkt. Was ich mit «deponieren» meine? Na, sie sagt ganz nett: «Möchtest du einen Kaffee trinken während ich einkaufe?»
Argwöhnisch frage ich: «Warum?»
«Ach weisst du, du langweilst dich doch nur, wenn ich jemanden treffe, stehen bleibe und ein Schwätzchen halte.»
Ein Schwätzchen? Ein ausgewachsener Schwatz ist das jeweils! ‘Kommt drauf an, mit wem wir herumstehen’, denke ich. ‘Wenn es Nelly wäre mit den blonden, langen Haaren…’
«Ja, Schatz, du hast recht», sage ich, «da kann ich ja auch die Zeitung lesen.»
Ich weiss schon, warum sie mich nicht dabei haben will: Sie fürchtet meine «Hamster- und Aktionen-Reflexe». Wenn ich im Café sitze, könnte ich mir ja auch einen «Frühschoppen» genehmigen, ein erster Bierchen… Mein seliges Lächeln muss mich verraten haben!
«Und denk daran:», sagt Renate, «kein Alkohol! Du fährst nachher nach Hause!»
«Und auch kein Wurst-Käse-Salat», ermahnt mich unsere Tochter, die auch mitgekommen ist. Mir fällt auf, dass sie schon viel zu viel von ihrer Mutter gelernt hat…
Der Sommer hat seine Vorteile. Da haben die Frauen zum Teil die Hosen mit Röcken vertauscht. Und die klobigen Schnürschuhe gegen Sandaletten. Und die wattierten Schlafsackmäntel gegen luftige Blusen und Tops.
Zwinge mich geradezu, trotzdem hin und wieder einen Blick in die Zeitung zu werfen. Denn Renate wird mich mit Sicherheit fragen: «Und, was gibt’s Neues?»
Wenn ich dann nur die neuesten Frauenmode-Trends von mir geben kann, bin ich geliefert.
Ach so, die Blondlocke jenseits des Teichs hat wieder einen neuen Zollbeschluss unterzeichnet. Ob sie sich überlegt, dass mit jeder Unterschrift auf ein Dekret – eh, sorry: Act – der Wert für Autogramm-Jäger beträchtlich kleiner wird? Sind ja schon hunderte oder sogar tausende!
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