Aus der zweiten Reihe, Bergwanderung 3

«Vielleicht gibt es SOLCHES Wasser auch auf der Berghütte», vermutet mein Filius.

«Ich dachte, Teenager stehen mehr auf Energy-Drinks», wirft Renate ein.

«Weisst du, Wasser aus der Flasche ist viel gesünder», sagt er, und zwinkert mir zu.

Ich fahre mit meiner Erzählung weiter. Meine Kumpels interessieren sich wahrscheinlich weniger für die Details der Mittagsverpflegung.

«Nach einer Stärkung erreichten wir bald den Sattel», fahre ich weiter. «Danach ging’s durch ein kleines Täli steil hinab.»

Dass ich die Wanderstöcke benötigt habe, um im Schneckentempo einen Tritt nach dem andern tiefer zu steigen, brauchen die zwei nicht zu wissen. 

«Flink wie die Gämsen zogen wir zu Tal», berichte ich deshalb.

«Hast du denn nicht den Knieschlotteri bekommen?», fragt Kari. «Ich meine, bei deinem Gewicht… und mit Rucksack!»

«Wo denkst du hin», winke ich ab. «Wir waren bereits vor vier Uhr in der Berghütte.»

Das stimmt auch, was die Zeitangabe angeht. Nur war es keine Berghütte, sondern ein Gasthaus auf einer Alp. Wo man auch Zweierzimmer bekommen kann. Welche meine Frau wohlweislich früh reserviert hat. Und wo mir Renate die Knie mit Murmeltiersalbe eingerieben hat. Die man bei der «Kräuterfee», nicht weit vom Wirtshaus entfernt, für «nur 37.50 Fr.» kaufen konnte. 

«Wirkt es schon?»

«Weiss noch nicht», antworte ich mürrisch, «kühlt immerhin.»


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