Warum ich dir die Hand lieber nicht gebe zur Begrüssung? Ich habe Schwielen!
«Die wichtigsten Vorarbeiten mache natürlich ich!», hat mein Sohn seinerzeit behauptet. Was er damit gemeint hat? Die Ideen haben. Und den Bestellzettel schreiben.
Bin dann in den Do-it-Laden gefahren. Habe eine Dremel-Maschine gekauft. Warum? Zuerst wollte ich die Dosen mit der Blechschere aufschneiden. Hat sich dann herausgestellt, dass damit viel zu viel ‘Schaden’ angerichtet wird. Es geht zu viel vom Mantel der Dose verloren. Und es besteht die Gefahr von Kratzern.
Musste dann alle Dosen – das müssen hunderte gewesen sein! – von Deckel und Boden befreien. Frag mich nicht, wie viele Ersatzteile ich brauchte! Weiss es nämlich nicht! Als es dann um die Löcher ging, hat mein Sohn die Arbeit mit dem Aufschneiden übernommen.
In den letzten zwei Tagen habe ich wohl tausende Löcher gestanzt. Und dann noch in jedes Loch eine Niete! Aber jetzt ist der Junior dran! Er soll die Blechflächen an die Ketten befestigen. Doch schon nach kurzer Zeit ruft er mich.
«Paps, du könntest mir noch ein wenig helfen!»
«Tut mir leid, mein Sohn, aber ich habe überall Blasen. Würde dir natürlich schon gerne helfen, aber SO…»
Er fädelt den ersten Dosen-Mantel ein. Dann den zweiten. Ich gehe wieder zum Sofa.
Nach einer Weile ruft er mich schon wieder. «Der zweite rutsch einfach ganz runter. Das sieht nicht gut aus! Der müsste etwas Abstand haben.»
«Lass dir etwas einfallen. Ist ja DEIN Projekt…»
Er kratzt sich am Kinn. «Vielleicht, wenn ich ein kleines Gummi-Band um die Kette spannen würde…» Er versucht es.
«Sieht nicht gut aus. Passt nicht zu deinem DESIGN.»
Er nickt. «Sieht Scheisse aus!» Er nimmt das Gümmeli wieder weg.
«Wenn ich eine Unterlags-Scheibe aufschneide und sie mit der Zange an die Kette klemme…»
Er wagt einen neuen Versuch. Sieht schon bedeutend besser aus. «Meinst du, das wirkt etwas grob?»
Ich besehe mir seinen Versuch. Und nicke. «Vielleicht, wenn du feinen Draht nimmst? Mach daraus so etwas wie eine Schlinge. Könnte sogar wie eine Verzierung wirken.»
Die Idee gefällt ihm. Ich glaube, er hat einige strenge Abende vor sich. Aber ich bin so etwas wie stolz auf ihn. Ich hätte ihm so viel Ausdauer nicht zugetraut.
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