«Teller und Besteck kann sich jeder selbst besorgen – und JEDE», entgegne ich. «Wir haben Fachkräfte-Mangel: Es gibt keine Service-Angestellte!»
Murrend holen die drei Teller, Besteck und Glas. Ich schöpfe und hole auch für mich ein Gedeck. Inklusive Bierflasche.
«Willst du nicht mit mir ein Glas Wein trinken?», fragt Renate.
«Von mir aus.»
Sie holt zwei Weingläser aus Plastik und schraubt den Fuss an den Becher. Wir stossen an. Der Alkohol rinnt durch meinen Hals.
«Ich wünsche allen einen guten Apetit!»
Der Junior hat schon einen grossen Löffel in den Mund gestossen. Jetzt reisst er plötzlich die Augen auf und spuckt die Teigwaren aus.
«Was ist das?», fragt er.
«Teigwaren. Mit gehackten Tomaten und Käse.»
«Schmeckt widerlich!»
«Hast du da eventuell Zucker statt Salz genommen?», fragt meine Tochter vorsichtig.
Ich koste etwas vom Essen. «Schmeckt etwas speziell», muss ich zugeben.
«Das kann ich nicht essen», behauptet mein Sohn.
«Dann lässt du es sein», erwidre ich freundlich und stochere etwas lustlos im Essen. «Morgen gibt es ja dann das Morgenessen.» Da kommt mir ein Gedanke und ich erstarre. Wenn ich bei den Teigwaren statt Salz Zucker genommen habe, dann…
«Was gibt es denn eigentlich Morgen zum Frühstück?», erkundigt sich meine Tochter.
«Birchermüesli», antwortet meine Frau. «Papa hat es schon vorbereitet.»
«Hoffentlich hat er da nicht Salz statt Zucker rein getan», sagt mein Sohn und schaut mich nachdenklich an.
Au Weia! Haferflocken wären ja noch da. Eventuell auch ein Joghurt. Aber Früchte? Die habe ich alle gebraucht. Woher soll ich jetzt neue kriegen?
Hinterlasse einen Kommentar