Wie das Nachtessen geschmeckt hat? Hast du etwa mit meiner Frau gesprochen? Ich soll nicht so misstrauisch sein? Habe aber allen Grund!
War ja auch Renates Idee! Eine Schnaps-Idee. Jawoll! Jeder – und JEDE! – soll mindestens einmal kochen. Na ja! Da habe ich gedacht, ich melde mich sofort. Dann kann nachher niemand – auch niemandin – sagen, ich hätte NICHTS getan. Also habe ich mich an den Herd gestellt. Ist ja alles etwas anders als zu Hause. Ich meine, so ein Gasherd ist ja nicht wirklich alltagstauglich. Gerechterweise kann man ja gar nicht von einem Herd sprechen. Ist ja nur eine Gaspatrone und ein Brenner drauf!
Habe also im Waschraum zuerst Wasser geholt. Da ist mir die Frau mit der Diabetes-Krankheit begegnet. Wollte zuerst wegsehen und an ihr vorbeigehen. Sie hat mir aber freundlich zugelächelt, also habe ich «Guten Tag» gesagt. Sie hat die Augengesenkt und ist an mir vorbei gegangen. Ob sie ein Lachen verkneifen musste? Vielleicht mag sie mich, obwohl ich mich lächerlich gemacht habe?
Das Wasser habe ich auf den Gaskocher gestellt. ‘Ach richtig, ich muss ja noch Salz dazu geben!’, fährt es mir durch den Kopf. Ob die Frau darunter leidet, dass sie sich Insulin spritzen muss? Wie merkt man eigentlich diese Unterzuckerung? Ich gebe einen Esslöffel vom weissen Pulver ins Wasser.
Während die Teigwaren kochen, gebe ich Haferflocken in eine Schüssel, einen Becher Erdbeerjoghurt und schneide Früchte klein. Die kommen auch dazu. Und natürlich Zucker aus dem anderen Gefäss, das Renate mitgenommen hat. Warum eigentlich nimmt sie zwei genau gleiche Gefässe für Zucker und Salz? Wie leicht verwechselt man das! Nun ist das Birchermüesli für den nächsten Tag fertig.
Nun schütte ich das Salzwasser ab, gebe eine grosse Dose gehackte Tomaten zu den Teigwaren und reisse eine Packung Streukäse auf. Den mische ich auch unter die Teigwaren. Was sagte Gott, als er das Ruhrgebiet fertig hatte? «Essen ist fertig!», rufe ich.
Meine Kinder und meine Frau eilen herbei.
«Essen wir aus der Pfanne?», fragt Renate.
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