«Warte!», ruft mein Sohn, «ich geb’ dir noch ein paar Gratis-Tipps!»
«Nicht nötig! Das kann doch JEDER!», antworte ich, und wuchte mich auf das Brett, rudere mit den Armen etwas weiter hinaus.
«Versuch es besser zuerst auf den Knien!», empfiehlt der Junior.
Einen Dreck werde ich! Ich stehe ruckartig auf. Das Brett schiess nach vorne, ich verliere das Gleichgewicht, wanke rückwärts und donnere auf meinen Rücken. Ich schreie auf, aber der Schrei erstickt gurgelnd im Wasser.
«Physik», sagt mein Sohn, als ich wieder auftauche, und zuckt mit den Schultern. «Actio gleich Reactio! Wenn du mit deinen Füssen das Brett nach vorne stösst, fällst du rückwärts.»
«Klugscheisser!», knurre ich und schwimme, um das Brett zu holen. Dieses ist Richtung Seemitte abgedriftet.
«Sag mal, hast du die Schnur nicht an deinem Bein angemacht?»
«So ein Hindernis! Da kann man sich ja nicht mehr frei bewegen!»
Der Junior crawlt zum Brett und bringt es zurück.»
«Danke»
«Gerne. Aber nach dieser Anstrengung solltest du dich besser ausruhen.» Er zwinkert mir mit dem linken Auge zu. «Kannst ja sagen, dein Rücken tut dir weh…»
Renate hat mich leiden sehen. Und so bin ich zum Kiosk gekommen. Hier sitzen noch andere Leute. Eine Gruppe, die den ganzen Morgen hier sitzt. Eigentlich sitzen sie immer hier. Es sei denn, sie sitzen vorne beim Eingang des Campings, unter dem grossen Baum. Irgendwann wechseln sie vom Kaffee zum Bier. Oder zum Weisswein.
Neben mir sitzen zwei Frauen, so um die vierzig. Hinter mir ein älterer und ein jüngerer Mann. Dann noch eine Familie. Die spielen UNO.
Die Geräusch-Kulisse lullt mich ein.
Hinterlasse einen Kommentar