«…und hier auf der Seite hat es zwei Hebel. Damit können Sie bremsen. Obwohl: Es kann eigentlich nichts passieren, die Kabinen bremsen automatisch, wenn Sie zu schnell unterwegs sind.»
Diesmal soll ich zuerst fahren. Ich quetsche mich in die Kiste.
«Schnallen Sie sich bitte noch an. Zur Ihrer eigenen Sicherheit.»
Dann sause ich los.
«Oh Gott! Oh Gottogott!» Zum Beten ist es zu spät! Meine Kiste neigt sich bedenklich nach vorne. Schon sause ich auf eine steile Linkskurve zu. Meine Kiste neigt sich bedenklich zur Seite. Ich muss unbedingt etwas tun! Ach ja, die Bremsen! Wie konnte ich sie nur vergessen. Ich drücke die zwei Hebel an der Seite nach vorne. Sofort wird meine Kiste noch schneller. Ich rase auf eine weitere Kurve zu. Natürlich! Man muss an den Hebeln ZIEHEH! Zum Glück werde ich nun etwas langsamer. Aber jetzt neigt sich die Bahn wieder und ich werde erneut schneller. Eine lange Gerade wird sichtbar. Mit vielen Buckeln. Schon meine ich über den ersten zu fliegen. Es folgt ein Schlag in meinen Rücken. Verzweifelt ziehe ich die Bremsen nach hinten. Das Gefährt bremst ab und kommt endlich zum Stillstand.
Von hinten höre ich ein Geräusch. Ich will mich umdrehen. Da bekomme ich einen heftigen Schlag und pralle mit dem Kopf auf die vordere Verkleidung meiner Kiste.
«Spinnst du, Paps? Du kannst doch nicht auf offener Strecke anhalten!», empört sich mein Junge. «Fahr sofort weiter!»
«Wollte ja nur sehen, ob ihr endlich auch kommt», brumme ich und fasse mit der Hand an meinen Kopf. Da entsteht gerade eine ziemliche Beule, von der Stirn bis zur Wange. Ich lasse mit der anderen Hand den Hebel los, und wir rollen Richtung Ziel. Dort steigen wir aus.
«Warum hast du nicht gebremst?», frage ich meinen Sohn.
«Die Frau hat doch gesagt, man braucht nicht zu bremsen», lacht er. «Da dachte ich, das will ich jetzt genau wissen…»
«Blödmann. Sieh dir die Beule an, die ich mir wegen dir geholt habe!»
Unterdessen sind auch Renate und unsere Tochter eingetroffen.
«Schau mal, Nadja: Die Eule hat ‘ne Beule!», grinst unser Sohn und zeigt auf mich.
«Was ist denn passiert?», fragt Renate erschrocken.
«Nichts Schlimmes», sagt der Junior. «Paps hat bloss auf offener Strecke angehalten. Um sich nach uns umzusehen…»
Meine Frau schüttelt den Kopf. «Das glaub’ ich jetzt aber einfach nicht!»
So. Nun weisst du, woher ich die Beule habe.
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