Aus der zweiten Reihe, Erlebnispark 1

Vom Wochenende soll ich erzählen? Lieber nicht. Du lässt nicht locker, bist du weisst, woher ich die Beule habe? Na gut. Aber sag nachher nicht, ich schiebe immer alles meiner Frau in die Schuhe! Wobei… eigentlich ist ja unser Sohn schuld. Obwohl… Es war Renates Idee. Ich soll nicht lange um den Brei herumreden? Na gut. 

Meine Frau fand am Freitagabend, wir sollten etwas unternehmen. Als Familie, wohlverstanden. 

«Etwas Aktives, Schatzi, nicht bloss in der Badi liegen!»

«Immerhin muss ich da jedes Mal einen Kilometer schwimmen», erinnere ich sie beleidigt.

«Siehst du», sagt sie darauf, «das ist ja gerade das Problem: Du findest Schwimmen negativ. Wir sollten etwas für dich finden, das dir Spass macht.»

‘Zum Beispiel auf dem Sofa fläzen, Bier trinken und Chips essen’, denke ich. «Mama, der Albi war letzthin in einem Seil-Park. Das macht Mega-Spass», schwärmt meine Tochter. 

«Das traut sich Paps eh nicht, das können wir vergessen.»

«Wie bitte?» Ich setzt mich aufrecht hin und strecke meinen Rücken. «Also früher bin ich wie eine Gämse geklettert!»

«Muss im letzten Jahrhundert gewesen sein», fotzelt unser Sohn.

«Das tönt furchtbar aufregend», meint Renate. «Da fahren wir hin!»

Wie bitte? Die ganze Reise wäre weniger interessant? Der Idiot, der bremste und ohne Blinker zu setzen links abbog? Oder der Trottel, der mir fast auf die Hutablage auffuhr… Dabei bin ich doch gut und gerne 100 km pro Stunde gefahren – auf der linken Spur! Ich meine, so spart man doch eine Menge Benzin…

Jedenfalls finden wir einen Parkplatz, wenn auch fernab vom Seil-Park. Bis wir beim Eingang sind, ist mein Unterhemd bereits durchgeschwitzt. 

«So, jetzt geht’s los», sagt mein Sohn und reibt sich die Hände. «Ich setze auf eine zerrissene Hose von Paps, was meint ihr?»

Renate gibt ihm einen Klaps auf den Hinterkopf.

«Hilfe, meine Mutter schlägt mich!»


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