Aus der zweiten Reihe, Waschversuch 2

Sie verwirft verzweifelt die Hände. «Kein Mensch hängt SO Wäsche auf!», klagt sie.

«Doch», entgegne ich, «nämlich ICH.»

«Jetzt schau das einmal an: Neben einer Socke (braun) ein T-Shirt, dann eine Socke (schwarz), darauf ein Unterleibchen… Hast du je gehört, dass es NÄHTE gibt? Die sollten INNEN sein. Von den Kleidern! Und links und rechts parallel. Du erinnerst dich an die Schule? GEOMETRIE Weisst du, was das für eine Arbeit gibt, wenn ich alles neu falten muss, wenn ich die trockene Wäsche abnehmen will?»

«Ging aber ganz schnell beim AUFHÄNGEN…»

«Und wenn du die Wäsche strecken und mit Klammern befestigen würdest, müsste ich die Kleider zum Teil nicht einmal bügeln.»

Ich kratze mich am Kopf. «Dann dauert das Aufhängen ja ewig!»

«Und Hemden, Blusen und Jacken hängt man an Kleiderbügel.»

«Ooooch!»

Sie täschelt mir auf den Rücken. «Ist ja gut Schatzi. Ich hätte es dir eben sagen müssen. Wie einem kleinen Kind…»

«Ist ja doch recht kompliziert!», behaupte ich. 

«Du kannst es ja nächste Woche wieder versuchen. Und morgen darfst du die Wäsche dann abnehmen. Und wenn ich in die Ferien fahre mit Nelly, dann zeige ich dir vorher, wie man bügelt.»

Missmutig will ich mich zurückziehen. 

«Moment noch!»

«Was denn jetzt schon wieder?»

«Du hast auch das Becken nicht versorgt! Bin beinahe drüber gestolpert!»

Sie kommt zur Waschmaschine. «Und nun zeige ich dir auch noch, wie man die Maschine in Gang setzt. Könnte ja sein, dass du eine Wäsche machst, wenn ich fort bin. Zum Beispiel mit deinen dreckigen Kleider…» Sie zeigt auf eine kleine Schublade. «Da kommt das Pulver rein. Oder das Flüssigwaschmittel.»

«Wie viel denn?»

«Ein halber Becher. Oder etwa zwei Esslöffel flüssige Seife. Hol mir mal einen Becher voll.»

Wie nun? Einen Becher voll Pulver? Ich schlurfe zur Waschmittelbox und hole einen Becher voll.


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