Aus der zweiten Reihe, Waschversuch 1

Wäsche? Ich trage eigentlich immer dieselben Kleider. Nein, du verstehst mich falsch. Ich meine: Ich wechsle die Kleidungsstücke regelmässig. Eigentlich jeden Tag. Aber ich trage immer etwa dieselben Kleider. Genau! Sozusagen meine Lieblingswäsche! Oder auch einfach das, was zuoberst auf der Beige liegt, zum Beispiel auf meinem T-Shirt-Stapel. Oder bei meinen Unterhosen. Oder… Ach, du wolltest es nicht genauer wissen. Wer denn die Wäsche macht? Natürlich meine Frau. Was soll das heissen? Von Natur aus sei auch der Mann dazu in der Lage? Da kennst du Renate schlecht! Das fängt beim Wäschesortieren an. Da weiss sie nämlich haargenau Bescheid: Weisse Wäsche, helle Wäsche, dunkle Wäsche, … Dann kommt noch dazu: Feinwäsche, 30° oder 40°, Handwäsche, … Meine Frau hat das EINMAL mich machen lassen. Dann sagte sie: «Weisst du, es geht schneller, wenn ICH das mache. Und vor allem geht weniger kaputt dabei…»

Ob ich denn gar nichts für saubere Wäsche tue? Doch, doch! Ich habe auch schon einmal die Wäsche aufgehängt. Ja, zum Trocknen. Kam aber bei meiner Frau nicht gut an! 

«Schaaaatz!»

Ich schlage die Augen auf. War gerade am Wegdösen auf dem Sofa. 

«Jaaaa?»

«Kommst du ‘mal eben?»

«Wo bist du?»

«Bei der Wäsche…»

Also gehe ich in die Waschküche. 

«Hast DU das so aufgehängt?»

Ich beschaue mir die Wäscheleinen. Scheint mir ganz so zu hängen, wie ich es hinterlassen habe. Ich nicke. 

«Sag mal, du hast aber nicht etwa die Wäsche einfach so aufgehängt, wie du sie aus der Wäschetrommel genommen hast?»

«Doch, ich glaube schon.»

Sie schüttelt den Kopf. «Das glaube ich jetzt aber nicht!»

«Warum denn?»

Ich schaue mir die Kleider an. «Die trocknet doch gut so.»


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