Aus der zweiten Reihe, Badi 13

Wie mein Fitness-Programm endete? Na ja, waren dann nur noch 200 Meter. Aber Renate hat sie mir nicht erlassen. 

«Bring es endlich hinter dich», sagt sie um 16:30 Uhr. «Sonst schliesst die Badi, bevor du deinen Kilometer geschwommen bist.»

«Aber es ist gerade so gemütlich auf der Luftmatratze…»

«Abnehmen funktioniert nicht mit Herumliegen!»

«Aber ich war doch gerade sportlich, habe Ping-Pong gespielt. Mit unserer Tochter.»

«Wer war übrigens die Blondine, die du unterwegs angetroffen hast?»

«Och…»

«Sie wollte dir, glaube ich, eine kleben…»

«Habe sie mit Nelly verwechselt», muss ich zugeben.

«Höhö!», grinst Renate. «Schade, dass sie dir keine Ohrfeige gegeben hat. Dann hättest du einen Denkzettel.»

«Du hast ja noch nie eine Person mit einer anderen verwechselt.»

«Das vielleicht schon. Aber ich tippe nicht einfach anderen Leuten auf die Schulter.»

Auch das hat sie gesehen! Muss mich wohl besser vorsehen nächstes Mal. 

«Also. Wird’s bald? Bring es hinter dich!»

Ich trotte zur Dusche. Die blöde Lotterhose! Muss sie immer wieder hochziehen. Dieses Mal nehme ich die Schwimmbrille mit. Es geht wirklich besser damit. Wie war der Spruch? Mit Ovo geht’s nicht besser. Aber länger…

Am Beckenrand hinten begrüsst mich mein Sohn. Mit dem obligaten Spritzer ins Gesicht. 

«Du schuldest mir noch zehn Franken», sage ich zu ihm.

«Warum?»

«Du hast gar nicht Ping-Pong gespielt. Und Schleckzeug gekauft.»

«Aber ich habe Mama nichts gesagt!»

«DU nicht. Aber deine Schwester. Elende Verräterin!»

«Was gibst du mir, wenn ich ihr das mit der Verräterin NICHT sage?»

«Jetzt spinnst du! Also: Heute Abend kriege ich die zehn Franken.»

Er überlegt. «Sieh mal, ich habe doch schon etwas davon ausgegeben…»

«Na gut. Fünf Franken, dafür sagst du deiner Schwester nichts.»

«Wovon?»

«Wegen dem Wort Verräterin.»

«Schon vergessen…»


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