«Wie viel Uhr ist denn eigentlich?», fragt meine Frau.
Ich sehe nach der Uhr bei den Umkleidekabinen. «Erst 15 Uhr.»
«Aha! Schlimm kann es nicht sein. Du kannst die Uhr noch gut erkennen!»
Mist! Sie hat mich ertappt!
«Aber ich fühle mich etwas schwindlig…»
«Das kommt sicher von der Sonne. Das wird im Wasser sicher besser…»
«Mami, der Peter hat sich Schleckzeug gekauft! Kann ich auch ‘was haben?»
«Woher hat denn der Peter Geld?»
«Er hat gesagt, Papi hat ihm welches gegeben.»
«So, so. Schaaatz! Warum hast du Peter Geld gegeben, und unserer Tochter nicht?»
«Och…»
«Peter hat gesagt, dass Papi nicht mit ihm Ping-Pong spielen wollte…»
Verräterin!
«Mit wem hat er denn Tischtennis gespielt?», fragt meine Frau.
«Mit niemandem! Er hat das Geld einfach eingesteckt!»
Meine Frau schaut mich durchdringend an. «Schatzi! So geht das nicht! Du kannst dir nicht deine eigenen Kinder kaufen!»
«Aber…»
«Du spielst heute noch eine halbe Stunde Tischtennis. Wenn’s nicht anders geht, mit mir!»
Uiii! «Ist ja gut, komm Tochter, spielen wir eine Runde.»
«Nicht eine Runde, sondern eine halbe Stunde!», ereifert sich Renate.
«Geh schon vor», sage ich, «ich muss noch schnell für Jungs!»
Unsere Tochter trottet zum Ping-Pong-Tisch. Ich eile Richtung Klo. Da sehe ich lange, blonde Haare. Das ist sicher Nelly. Sie trägt einen aufregenden Bikini. Ich rufe. Aber sie reagiert nicht. Ich eile ihr nach, tippe ihr auf die Schulter. Die Frau dreht sich um. Aber es ist nicht Nelly…
«Äh, Entschuldigung…»
Sie hebt die Augenbrauen. Ihr Gesicht ist wächsern vor Schminke. Ihre Wangen übertrieben gerötet. «Alter Lustmolch!», keift sie mich an.
«Sorry, hab dich… äh, Sie, verwechselt.»
«Hau schon ab. Oder ich hol meinen grossen Bruder!»
Ich verdrücke mich so schnell wie möglich und eile zu meiner Tochter.
Hinterlasse einen Kommentar