Aus der zweiten Reihe, Badi 7

Renate packt das Mittagessen aus. Obwohl… von einem Essen kann nicht die Rede sein. Da sind eigentlich nur Früchte und etwas Gemüse zu sehen. Ob ich nicht etwas vergessen hätte? Na gut! Drei verschiedene Dip-Saucen. Natürlich mit Magerquark. Und mit fremdländischen Kräutern und ungewohntem Gewürz! Das macht SIE extra, damit ich nichts davon nehme! Sehe mich deshalb gezwungen, etwas von meinen Vorräten – möglichst unauffällig und geräuschlos – zu beschaffen. 

«Was war das für ein Geräusch?», fragt mein Sohn. Viel zu laut. Und grinsend. 

«Habe nichts gehört», sage ich.

«Doch, doch!», sagt meine Tochter und schliesst die Augen zum Nachdenken. «Tönte irgendwie wie das Öffnen einer Chips-Tüte. Wolltest du die etwa alleine essen?» Sie grinst mich an.

«Verräter! Die habe ICH mitgenommen! Mit eigener Muskelkraft!»

Renate zeigt demonstrativ in die Mitte unserer Picknick-Decke. «Es wird alles geteilt! Freud und Leid – ich meine damit die Kalorien, die sich auf unsere Bäuche verteilen!»

Grummelnd ziehe ich die Verpackung hinter dem Anhänger hervor. Innert kürzester Zeit ist die Packung leer. Die Kinder haben tüchtig zugeschlagen.

«So. Bevor es zum Dessert geht, sollten wir etwas Verdauen», meint meine Frau.

«Prima Idee! Ich lege mich ein bisschen aufs Ohr.»

«Schatzi! So war das nicht gemeint. Wir sollten uns vor dem Nachtisch etwas bewegen. Damit wir Kalorien verbraucht haben, bevor wir wieder welche zu uns nehmen. Zum Beispiel mit ein paar hundert Metern Schwimmen!»

Schon wieder soll ich ins Wasser? «Aber nach dem Essen soll man doch eine Stunde ruhen!»

«Völlig veraltete Regel», meint sie. «Das galt damals, als man noch ungehemmt Kohlenhydrate und Fett zu sich nahm. Du hast ja jetzt deine Verdauung nur etwas angeregt, nicht überlastet.»


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