Aus der zweiten Reihe, Einkäufe 2

«Mist! Verdammter!», entfährt es mir. Zwei Angestellte rennen herbei.

«Können Sie nicht besser aufpassen?»

«Tut mir leid. Ein Versehen! Passiert nicht wieder.»

Sofort beginnen sie, die Packungen wieder aufzubauen. Ich will helfen. 

«Schon gut. Wir machen das schon», weisen sie mich ab. Als ich mich aufrichte, fällt mein Blick auf eine Tüte im Regal: «Leinsamen» steht drauf. Schnell greife ich mir zwei Packungen. Im Weitergehen kann ich noch hören: «So ein Depp! Kann nicht einmal um einen Stapel Teigaffen herumkurven!»

‘Und wer kommt denn auf die Idee, Verpackungen ohne Gestell aufzubauen?’, denke ich verärgert. Wo ist jetzt die Frau mit dem Quengelkind? Schon bei der Kasse durch. Blöd! Ich wollte doch wissen, ob sie bezahlt hat! 

Zu Hause schüttelt Renate den Kopf. «Das ist nicht der Leinsamen, den ich wollte! Ich brauche den zum Aussäen, nicht die Müsli-Beilage. Und warum hast du gleich zwei Pakete genommen?»

«Ich wusste nicht, wie viel du brauchst. Du hast keine Mengenangabe gemacht!»

«Wenn ich nichts schreibe, dann meine ich eines – ein Paket, ein Stück. Und wo ist das Gemüse?»

Ups! Das habe ich wegen dem Zwischenfall mit den Teigwaren vergessen!

Sie schüttelt den Kopf. «Sag mal, muss ich mir Sorgen machen? Wirst du langsam dement? Auf dem Zettel stand doch Süsskartoffeln, Karotten, Spargeln, Salat…»

«Schon gut! Geh ich halt nochmal…»

«Schatzi!»

«Jaaaa?»

«Heute ist ja Markt. Du kannst doch mal dort vorbeigehen.»

«Och…»

Sie schaut mich mit erhobenen Augenbrauen an. «Was ist?»

«Kann ich da gut parken?»

«Mit dem Fahrrad schon…»


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