Aus der zweiten Reihe, Vorbilder 8

Am Abend dann halte ich es fast nicht mehr aus. Warum? Na ja, Hunger halt. So ein Mittagessen ohne Fleisch und mit wenig Kohlehydraten hält ja nicht lange hin! Dann natürlich auch die Vorfreude: Nelly mit den langen… Jaja, du weisst es schon. Ist ja nicht so, dass ich gerne etwas mit ihr hätte. Geniesse bloss den Anblick… Und dann natürlich Gustav: Was sollte das heute Mittag mit dem Hund? Was hat der zu verbergen?

Zum Glück kommen sie wenigstens rechtzeitig. Auf die Minute genau. 

«Mach doch schon einmal auf!», ruft meine Frau. 

Warum schafft sie es eigentlich nie, rechtzeitig fertig zu sein? Was ist es wohl dieses Mal? Die Halskette, wo der Verschluss klemmt? Oder muss sie noch ihre Brille waschen?

«Hallo zusammen», begrüsse ich die Gäste.

Nelly umarmt mich und hält mich kurz fest. Gustav gibt mir die Hand und klopft mir auf die Schulter. Endlich kommt auch Renate. Sie hat doch tatsächlich Lippenstift aufgetragen!

Gustav reicht ihr die Hand und reibt mit der andern ihren Arm. «Toll siehst du heute aus», sagt er, hast du eine neue Brille?»

Renate wird rot. «Nein, die ist schon mehrere Jahre alt…», winkt sie ab. Dann umarmen sich die Frauen.

Als beim Essen die Frauen in ein Gespräch verwickelt sind, stupse ich Gustav mit dem Fuss unter dem Tisch. Er zuckt leicht zusammen. «Du, was sollte das heute Morgen mit dem Hund? Hast du nun einen oder nicht?»

«Weisst du, das ist kompliziert», weicht er aus.

«»Warum nur? Du weisst doch, ob du einen Hund hast, oder nicht?»

Er schüttelt den Kopf. «Natürlich haben wir KEINEN Hund. Das fehlte gerade noch!»

«Warum kaufst du dann Hundefleisch?»

«Eben gerade DAS ist kompliziert!»

«Nicht, wenn du es mir erzählst.»


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