Aus der zweiten Reihe, Vorbilder 6

Wie das kam? Das ist nämlich so: 

«Schatzi!», ruft Renate, als ich kürzlich kaum zu Hause angekommen bin. Wenn sie mich so ruft, weiss ich, dass Unangenehmes auf mich zukommt. «Hallo Schatz. Bin heute etwas spät dran, Entschuldigung. Es hatte wieder unwahrscheinlich viel Verkehr auf der Strasse. Diese Staus nehmen täglich zu!»

«Könntest du noch schnell einkaufen? Wir brauchen dringend ein Brot. Und bring noch Oliven, von den schwarzen. Und einen Hartkäse. Dann noch Tomaten, eine Gurke und…»

«Moment! Hast du einen Einkaufszettel gemacht? Sonst muss ich alles aufschreiben, bevor du weitermachst. Wo steckst du überhaupt?»

«Auf dem Klo. Mit der Agenda. Und da habe ich gemerkt, dass heute Abend Gustav und Nelly kommen.»

«Schon wieder?», entfährt es mir, «die waren doch erst gerade da?» Obwohl: Die Nelly gefällt mir ja, und der Gustav ist eigentlich auch ganz nett. Ich hole also einen Notizzettel. 

«,,,eine Gurke. Und was noch?»

Nach einigen Minuten ist der Zettel randvoll. Ich packe einige Einkaufstaschen ein und fahre in die Stadt. Was? Mit dem Fahrrad. Soso. Und wo bitte soll ich da all diese Einkaufstaschen verstauen? Dafür gäbe es Satteltaschen. Einen Gepäckträger. Und einen Rucksack. Mann, das hält doch mein Velo nicht aus! Entschuldige. Vielleicht würde es eine Frau aushalten. Ich meine, wenn sie so grazil wie die Nelly wäre…


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