«Bitte nicht stehend treten», sagt da Claudia bereits, «du musst auf deine Haltung achten. Und tief ein- und ausatmen. Kopf geradeaus! Auf der Strasse musst du ja auch auf den Verkehr achten.» (5:28). Ich werfe nochmals einen Blick auf die Anzeige. Kaum 2 Kilometer gefahren. «Und was bedeutet diese Zahl da, die 157?»
«Das ist dein Energie-Verbrauch. Bisher hast du etwa ein Gipfeli verbraucht.»
«Erst?»
Sie zuckt die Schultern. «Wir könnten natürlich deine Energie-Produktion erhöhen. Zum Beispiel auf 180 Watt. Aber deine Frau hat gesagt, sie will dich lebend zurück», grinst sie (6:01).
Ich spüre, wie der Schweiss sich einen Lauf an meinem Rücken hinunter sucht. Hingegen fühle ich nicht mehr wirklich etwas von meinen Füssen. Die müssen eingeschlafen sein. Sicher ein völlig verkrampfter Muskel. Ich ächze weiter. Leicht rechts von mir drückt einer zwei Hebel mit den Händen hinunter. Auf dem Seilzug der Gegenseite gleiten schwere Gewichte wie Ballone nach oben. Der Kerl grinst zu mir hinüber. Plötzlich realisiere ich, dass es Gustav ist. Verdammt! Ich darf mir keine Blösse geben! (6:33).
Neuer Gedankengang: Hat Renate also die Idee mit dem Sport-Center von Nelly und Gustav? Und weshalb? Sollen wir etwa aus einem bestimmten Grund abnehmen? Die planen doch nicht etwa… Badeurlaub? Am Meer? Das würde Vieles erklären! (6:57).
«Bist du bereit für eine kleine Steigerung? Sozusagen ein Schlussspurt?», fragt meine Trainerin.
Grimmig nicke ich. Claudias Hand dreht den Regler auf 160 Watt. Sie klopft mir ermunternd auf die Schulter. Sofort zuckt sie zurück. «Du bist ja völlig verkrampft!», ruft sie erschrocken. «Halte sofort inne!»
Gehorsam beende ich das Strampeln. Ich keuche vor mich hin.
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