Aus der zweiten Reihe, Grossvater 4

Später hat mir dann mein Grossvater gestanden, wie das mit dem Traktor wirklich war. Ein Gläubiger hatte sein Geld nicht zurückzahlen können. So hatte er den ramponierten Traktor meinem Grossvater überlassen. Aber ohne Traktor konnte er wichtige Arbeiten nicht ausführen. Also hat Grossvater den Traktor mit der Hebevorrichtung versehen. Und die alte Maschine revidieren lassen. «Ich fürchtete, dass deine Grossmutter es nicht versteht, wenn ich ihm den Traktor lasse. Deshalb haben wir dieses Abkommen abgeschlossen. Guschti konnte den Traktor jederzeit bei uns holen. Er hatte einen Schlüssel zum Schuppen.»

Der Bauer konnte seinen Hof weiter bewirtschaften. Er stellte die Maschine nur zum Schein abends bei meinen Grosseltern hin und holte ihn am Morgen wieder ab. So glaubte meine Grossmutter, dass es unser Traktor sei. Schliesslich sollte Grossvater nicht mehr so schwer arbeiten…

Grossmutter gestand mir, dass sie schon wusste, dass der Traktor nur zum Schein bei uns untergebracht war. «Der Guschti hat ihn ja fast jeden Tag «ausgeliehen». Und ausser Rechnungen für die Reparatur habe ich auch nichts von ihm gesehen», sagte sie. «Aber dein Grossvater war halt immer schon ein herzensguter Mann.»


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