Aus der zweiten Reihe, Freizeit 6

«Schatz», sagt zu Hause Renate, «geh du schon mal unter die Dusche. Ich mache schon das Nachtessen bereit. Wenn ich zuerst dusche, rieche ich nachher schon wieder nach Essen.»

«Du meinst: Zum Anbeissen?»

Sie lächelt. Und als ich mich wende, gibt sie mir einen Klapps auf den Po. Ich dusche lange, geniesse die Wärme. Dann ziehe ich mich an und gehe in die Küche. Renate kreischt auf.

«Was ist? Hast du Zucker statt Salz genommen?»

Sie zeigt auf mich. «So kannst du keinen Besuch empfangen!»

«Warum denn nicht?» Ich schaue an mir herunter. Jeans mit Hosenträger, mein Lieblings-T-Shirt und mein Faserpelz darüber. 

«Was machst du denn für einen Eindruck auf Nelly und Gustav?»

Ich zucke die Schultern.

Sie schnaubt. «Wie ein Landstreicher! Zieh dir etwas Modisches an. Wir waren doch gerade einkaufen. Zum Beispiel das rosa Hemd!»

«Das zwickt mich am Hals!»

«Warum denn?»

«Da ist so eine blöde Etikette!»

«Du Dummerchen! Die kann man doch wegmachen. Zeig her!»

Ich hole das Hemd, und Renate schneidet mit einem kleinen Scherchen die Fäden entzwei und beginnt, die Etikette zu entfernen. «Schau doch mal nach dem Essen!»

Ich gehe zum Herd. «Alles bestens!» Ich kehre zurück und schaue ihr über die Schulter zu. Fast ist sie fertig, als es plötzlich zischt. Ich eile zum Herd. Die Suace läuft über den Pfannenrand. Ich verwerfe die Hände. «Die Sauce!»

«Dann tu doch ‘was!»

Ich suche nach dem Schalter. Aber auf modernen Kochherden gibt es keine Schalter, nur noch Bedienfelder.


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