Aus der zweiten Reihe, Freizeit 2

Sie stemmte die Hände in die Hüften. Sieht dann jeweils aus, wie wenn sie eine Kampfansage machen möchte.

«Zuerst einmal darfst du zwei Gartenbeete umgraben. Dann kannst du den Kompost umschaufeln. Und danach kannst du mir zwei Eimer mit frischer Erde vors Haus bringen.»

«Sonst noch etwas?», entfährt es mir.

Sie zieht die Augenbrauen hoch. «Wenn du nachher mitkommen magst, fahren wir noch in die Gärtnerei.»

Vor meinem geistigen Auge sehe ich einen gepolsterten Liegestuhl, einen Sonnenschirm und neben mir ein kühles Bierchen. Ich schlucke. «Alles klar, Schatz.»

Im Garten steche ich voller Wut eineinhalb Beete um. Da habe ich dann den genialen Gedanken. Genau! Das ist die Lösung! Ich humple vors Haus. «Aua!»

Renate sieht mich erschrocken an. «Schatz! Was ist denn mit dir?»

«Mein Rücken! Aua! Habe, glaub ich, eine dumme Bewegung gemacht. Kann mich kaum mehr bewegen!»

Ich krieche mehr als ich gehe zur Gartenbank. Sie zieht die Arbeitshandschuhe aus und eilt herbei, zieht mir die Schuhe aus. «Rein mit dir! Leg dich aufs Sofa!»

Ich tapse zum Sofa. Welches Bein habe ich vorher nachgezogen? Das linke?

«Nicht auf den Rücken! Auf den Bauch mit dir!», befiehlt sie. Dann eilt sie ins Badezimmer. «Mach schon den Rücken frei!», ruft sie noch. 


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