Aus der zweiten Reihe, Freizeit 1

Wie ich mich von der Arbeit erhole? Das fängt schon damit an, dass ich die Arbeitskleider ausziehen und sie in den Spund hängen kann. Sobald ich den Schlüssel gedreht habe, ist für mich Arbeitsschluss. Was meinst du? Vielleicht hast du recht, und der Arbeitsweg gehört noch dazu. Aber da kann ich bereits darüber nachdenken, was ich nachher in meiner Freizeit tun könnte. Klar, du hast mich durchschaut: Ein Bierchen als Erstes wäre nicht schlecht! Ich fahre also unser Auto in den Unterstand, gehe zur Türe, schliesse auf und rufe: «Schatzi! Ich bin wieder da!» Ziehe die Schuhe aus, hänge die Jacke an die Garderobe. Sieht aus, als wäre Renate nicht zu Hause. Das trifft sich gut, da kann ich zuerst ein Nickerchen auf dem Sofa machen. Ich lege mir die Kissen zurecht und lege mich hin. Kaum habe ich die Augen geschlossen, fahre ich zusammen.

«Schaaatz!»

Ich jucke auf und reibe mir die Augen. 

«Aha! Hier steckst du!»

«Hab gemeint, du bist weg. Wo warst du?»

«Na, draussen im Garten. Der könnte auch DEINE Hilfe gebrauchen.»

Ich strecke mich und gähne. Andere Frauen fragen, wenn ihr Gatte heimkommt, teilnehmend: «Und? Wie war dein Tag heute?» Wie bitte? Das war in den 1950ern? Darf eine Frau denn das heute nicht mehr fragen? «Und an welche Hilfe hätte denn der Garten gedacht?»


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