Aus der zweiten Reihe, Zahnarzt 4

«Meine ja nur. Weil man bei Bahn und Post manchmal nicht mehr weiss, was ihr ursprünglich anbieten wolltet…»

«Entschuldigen Sie, ich wollte nur freundlich sein.»

«Schon gut. Einen schönen Tag noch…»

Es ist still geworden im Abteil. Verlegen schauen die drei Frauen weg. Nach einer Weile zieht mein Gegenüber ihr Handy hervor. Sucht offenbar irgendetwas. Zeigt es nun der anderen nebendran. Die beiden kichern. Auch die neben mir zieht nun das Handy aus der Tasche. Das geht natürlich nicht, ohne dass sie mir ihren Ellbogen in die Seite rammt. 

«Entschuldigung!»

Nun scrollt sie wild durch ihre verschiedenen Apps. Aber sie findet nichts Neues und klickt sich nun durch Bildchen. Ich merke, dass sie merkt, dass ich auf ihr Smartphone schiele und schaue nun aus dem Fenster. 

In der Hauptstadt gehe ich durch die Unterführung zur Zahnarztpraxis. Ist ja heute so, dass da nicht nur ein Arzt, sondern mehrere arbeiten. Ja, auch Zahnärztinnen! Da kommst du also rein, und da musst du zuerst… Ach, das habe ich schon vom normalen Arzt erzählt? Gut, ich soll mich also noch ins Wartzimmer setzen. Da dudelt so Musik, die niemand hören will. Und ein Bildschirm stellt alle wichtigen Personen vor. Und was du dir alles machen lassen kannst: Zähne flicken, richten, bleachen… Keine Ahnung, was das sein soll. Aha, jetzt sehe ich es! Bleichen heisst das! Dann Falten aufspritzen, entfernen…

Dann werde ich aufgerufen. Ich werde in den Behandlungsraum geführt. Eine Assistentin versieht mich mit einem Lätzchen. Und stellt einen Becher mit Spülwasser bereit. Dann darf ich wieder warten. Schliesslich öffnet sich die Türe. «Guten Tag, Herr Doktor», sage ich ohne hinzusehen. 


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