Aus der zweiten Reihe, Wetter 5

Immerhin kann schönes Wetter gut sein, wenn ich am Abend den Grill anwerfen kann. Sobald die Arbeit vorbei ist. 

«Das macht doch keinen Sinn, Schatz», sagt meine Frau. 

«Aber ja doch!», antworte ich.

«Nein! Ich muss doch zuerst das Gemüse rüsten. Und überhaupt! Ich habe noch nicht einmal die Hände gewaschen, und bin noch in den Gartenklamotten!»

Das ist mir doch egal! Hauptsache, ich habe neben dem Grill meine Ruhe. Und mein Bier! Da stört mich niemand. Auch keine Niemandin! Und wenn Renate noch nicht so weit ist, werfe ich ganz einfach noch mehr Kohle in die Glut. Und wenn das erste Bierchen getrunken ist, dann nehme ich mir eben ein zweites aus dem Kühlschrank. Davon muss Renate nichts merken. Habe nämlich im Gartenhäuschen einen eigenen Kühlschrank! Und wenn Renate doch etwas merkt und mir Vorwürfe macht, sage ich, dass das Fleisch eben viel Bier benötigt. Wobei… Wenn sie mich dann schief anschaut, merke ich, dass ja noch gar kein Fleisch auf dem Grill ist… Item. Der Geist ist willig, aber das Bier ist stark, hahaha! Mindestens das Starkbier aus Belgien!

Jetzt nimmt es dich doch wunder, wie das mit den Schuhen ausging? Renate hat rote Stöckel-Sandaletten gekauft. Schon beim Kauf wusste ich, dass sie später über Druckstellen klagen würde. Aber so ist es halt bei Frauen: Schönheit muss leiden! Dann hat sie noch bequeme Sandalen gekauft. Aber erst, nachdem sie mich gefragt hat, ob die nicht nach «alter Frau» aussähen. Offenbar ist es mir einigermassen glaubhaft gelungen zu versichern, dass dies nicht der Fall sei. Was ich genau sagte? Ich glaube «zeitlos». Oder habe ich «elegant» gesagt? Nein, das war später… Wie bitte? Nein, das war noch nicht alles. Es fiel ihr plötzlich ein, dass es draussen schüttet. «Ich habe ja noch nichts, wenn es einmal regnet», jammert sie. Also doch noch solide Trecking-Schuhe. Und natürlich «elegante» Halbschuhe!


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