Aus der zweiten Reihe, Wetter 4

«Und wenn wir fertig sind, gehen wir Schuhe kaufen. Ich brauche dringend Frühlingsschuhe. Ich glaube, du solltest auch wieder einmal elegante Schuhe kaufen, deine sind alle so ausgelatscht!»

Ich weiss schon, was «elegant» für sie heisst: enge, unbequeme, vorn spitz zulaufende noble Treter! Jaja, eigentlich waren wir beim Wetter! Hat ja dann auch dazu geführt, dass mich meine Frau dazu genötigt hat, eine Regenjacke und eine Regenhose zu kaufen. 

«Du brauchst nicht immer das Auto zu nehmen», meint sie. «Für den kurzen Weg in die Stadt genügt das Rad. Oder noch besser: Du gehst zu Fuss. Das ist auch besser für deinen Bierbauch.» Dabei klopft sie – nicht ganz liebevoll – auf meine Trommel. Ich ziehe den Bauch ein.

«Haha!», sagt sie, «das nützt nicht viel. Spätestens nach fünf Sekunden ist er nämlich wieder da, dein Ranzen!»

Nun hetz mich doch nicht! Natürlich gibt es auch gutes Wetter. Nur gibt es halt auch bei schönem Wetter zu tun. Draussen im Garten. Zum Beispiel Unkraut jäten. Und wischen, wenn meine Frau Pflanzen und Sträucher zurückgeschnitten hat. Den Garten und die Töpfe giessen. Und natürlich die Ernte einbringen. 

«Ich brauche noch 500 g Beeren», sagt meine Frau und streckt mir ein Litermass entgegen. «Und bitte ohne Blätter, und ohne Fleisch!»

Damit meint sie die Wanzen, die sich gerne an den Beeren gütlich tun. Und die sind nicht immer freiwillig bereit, von den Früchten zu lassen. Und wenn du ihnen zu Leibe rückst, können sie eine übelriechende Flüssigkeit verspritzen. Deshalb sagt man ihnen auch «Stinkkäfer». Ja doch, mich haben sie auch schon angepinkelt…


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