Aus der zweiten Reihe, Wetter 3

In der Entsorgungsstelle ist reger Betrieb. Und die besten Plätze sind bereits besetzt. Zum Glück hat es wenigstens noch eine Stelle unter dem Dach, bleich neben der Altmetall-Box. Zufrieden fahre ich durch den Regen heim. Zu Hause will ich mich zuerst wieder aufs Sofa legen. Da fällt mir ein, dass mich Renate zuerst da suchen wird. Da es Licht im Keller hat, vermute ich sie in der Wäscheküche. Also schleiche ich mich mit einem Krimi ins Schlafzimmer. Hinter mir ziehe ich die Türe zu. 

«Aha! Hier versteckst du dich also!» Dank diesem Weckruf erwache ich. Das Buch liegt neben mir. Muss eingedöst sein – während des Lesens! 

«Gedenkst du eigentlich, mir noch etwas zu helfen, oder muss ich alles alleine tun?»

Ich reibe mir die Augen. «Was gibt es denn NOCH zu tun?»

«Zum Beispiel die Klos könntest du putzen!»

Ich murmle etwas vor mich hin.

«Wenn du natürlich die Wäsche waschen könntest…»

«Kann ja nicht so schwierig sein!»

«So? Dann sag mir doch mal, wie du das machen würdest!», giftet sie zurück.

«Halt Wäsche in die Trommel, 30° einstellen, Wäschepulver dazu und los von Rom!»

«Aha. Dunkle und helle Wäsche durcheinander? Was ist mit meinen BH’s? Die müssen nämlich in einen Wäschesack! Deinen Wollpullover wasche ich per Hand im Lavabo. Reissverschlüsse zuerst schliessen, Hosentaschen leeren, Hosen wenden. Und was ist mit Entkalker und Weichspüler?»

«Schon gut! Dann putze ich halt die Klos!», seufze ich.


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