Irgendwie schafft sie es dann, dass ich das rosa und das grüne Hemd kaufe. Das heisst, SIE bezahlt es. Ich schwöre mir, die Dinge zuhinterst in meinen Kasten zu hängen.
Renate zieht mich weiter zu den Hosen. Sie setzt so viel Druck auf, bis ich eine Bundfaltenhose besitze. Dazu kommt ein Gurt. Dann brauche ich – gemäss meiner Frau – eine Krawatte. Und als «lässige Alternative» eine Fliege. «Jetzt ein Gilet», meint sie.
«Warum sollte ich ein Gilet tragen?», wende ich ein.
«Jeder Mann braucht ein Gilet!»
«Also meine Kumpels…»
«Das sind ja auch keine richtigen Männer! Das sind Saufkumpane!»
«Also erlaube mal! Bin ich kein richtiger Mann? Immerhin habe ich zwei Kinder gezeugt!»
«Und wer hat sie zur Welt gebracht? Also der Erwin und der Klaus…»
Das sind die Herren, die es in Renates Augen «zu etwas gebracht haben». Ja, das stimmt! Die kleiden sich wie Geschäftsleute: Anzug, Gilet, Krawatte. Beim Klaus hängt sogar eine Goldkette aus dem Täschchen. Da ist sicher eine goldene Taschenuhr dran. «Aber das ist doch total unbequem!»
«Blödsinn! Jetzt hast du schon Hose und Hemd. Mit dem richtigen Gilet sieht das doch ganz locker aus!»
Das richtige Gilet muss offenbar glänzen. Ich komme mir darin nicht vor wie ein neureicher Geschäftsmann – das stimmt. Eher wie das Mitglied einer Unterhaltungs-Band…
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