Am Samstag sind wir dann in der Stadt unterwegs. Es ist schwierig. Schwierig für mich. Meine Frau ist da anderer Meinung. Sie findet alles «modisch», «elegant», «kleidsam» oder mindestens «cool». Als ich auf bequeme T-Shirts zusteuern will, zieht sie mich zu den taillierten Hemden. «Schau!», sagt sie, «so herzig!», und deutet auf ein rosa Hemd mit Bananen drauf. ‘Ja, für ein Kind oder einen Affen’, denke ich, wage aber keinen lauten Protest. «Ich weiss nicht recht…»
«Oder hier: mintgrün. Das wäre frischer als deine ewigen Blautöne!»
Ich hasse Mint. Auch als Geschmack. Überall, wo es um Sauberkeit und Gesundheit geht, ist Minze drin: Zahnpasta, Reinigungsmittel, Husten-Bonbons… Das färbt ab! Ich schüttle widerwillig den Kopf.
Sie zieht mich weiter. «Hier! Dieses orange Hemd! Das ist ein Hit!»
Ja, das ist ein Schlag aufs Auge! Damit falle ich sicher auf. Fast so sicher, wie mit dem Kaffeefleck auf der Hose! «Das ist definitiv nicht meine Farbe!», wage ich zu widersprechen.
«Dann vielleicht dieses violette Hemd? Ist ja immerhin ganz nahe bei Blau…»
«Och… Das gefällt mir nicht wegen dem Aufnäher!» Zum Glück habe ich das Symbol auf dem Kleidungsstück entdeckt. Und den Preis. «Schau mal, das soll 139 Franken kosten!»
«Das ist auch mit Bio-Baumwolle produziert worden. Nachhaltigkeit hat ihren Preis. Und du trägst die Stücke ja ewig!»
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