Aus der zweiten Reihe, Theater 4

Wie das Stück war? Halt so ein Dorftheater. Ein reicher Kerl fällt auf einen Schwindler ‘rein, seine Frau auf einen Kräuter-Schamanen, sein Knecht ist in die Tochter verliebt, und der Polizist vermutet eine Hanf-Plantage im Kräutergarten. Ob es lustig war? Für die anderen schon. Die haben häufig gelacht. Einer an unserem Tisch kann sich zeitweise kaum erholen, krümmt sich vor Lachen, bis er schliesslich fast erstickt, weil ihm ein Stück vom Kuchen im Hals stecken bleibt. Zum Glück rennt eine Samariterin herbei, macht den «Heimlich-Trick» und befreit ihn. Das Stück landet übrigens genau auf der Untertasse von Renate.

In der Pause gehe ich möglichst ohne aufzufallen auf die Toilette. 

«Du Mami, was hat der alte Mann da auf seiner Hose?», höre ich ein Kind fragen.

«Also so etwas… in seinem Alter!» höre ich anderswo und bekomme rote Ohren.

Ich versuche, die Hose zu trocknen. Das erweist sich als unmöglich. Mit den spülfreien Pissoiren haben sich auch Handtrockner etabliert. Und wie soll ich mit den nassen Hosen da hin kommen? Zum Glück habe ich immer einige Papiertaschentücher dabei. Das hätte mir auch früher einfallen können!

Auf dem Rückweg rümpfen einige die Nase. «Kann der nicht warten, bis er auf dem Klo ist?» «Hat wohl Probleme mit der Prostata!» «Ist wohl im Alter inkontinent!» sind noch die harmloseren Kommentare.


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