Am Abend machen sich alle für die Fackel-Abfahrt bereit. Einzelne Schneeflocken fallen gemächlich zu Boden.
«250 m zum Skilift, stand in der Beschreibung der Wohnung», schimpft mein Sohn. «Wohlweislich haben die nicht geschrieben, dass da nur ein Idioten-Hügel für Anfänger liegt!»
«Macht ja nichts», entgegnet meine Frau, «Papa fährt uns ja mit dem Auto hin.»
Wenn das so einfach wäre! Während sich die Kinder und meine Frau ins Auto setzen, renne ich mit Eiskratzer und Besen ums Auto. Und als die Scheiben endlich frei sind, laufen sie innen schon an, weil alle warmen Wasserdampf ausatmen. Ich starte den Motor und warte. Erwarte, dass die Klimaanlage die Scheiben trockenlegt.
«Es ist im Fall verboten, das Auto im Stehen laufen zu lassen», informiert mich meine Tochter.
«Möchtest du lieber zu Fuss gehen? Oder die Scheiben trocken wischen?»
«Ich meine ja nur…»
Endlich entstehen erste Stellen, durch die man nach draussen sehen kann. Vorsichtig fahre ich an.
«Du weisst schon, dass Gucklochfahren teuer kommt, wenn dich die Polizei erwischt?», höre ich von meinem Sohn.
«Wie war das? Willst du morgen zu Fuss zum Skilift?»
«Ist ja schon gut… Wollte dich bloss warnen.»
Der Parkplatz beim Skilift ist voll. Zum Glück hat es ganz zuhinterst noch ein wenig Raum. Ich parke. «Noch ein bisschen», meint meine Frau. Ich ruckle noch einige Zentimeter nach vorn. Es entsteht ein hässliches Geräusch. Schnell fahre ich wieder ein bisschen zurück. Das Geräusch wiederholt sich. Ich steige aus und sehe, dass ich vorne links an einem Armiereisen angehängt habe, das aus dem Schnee ragt. «Scheisse!», entfährt es mir. Gottseidank ist es nur der Kotflügel. Da fällt mir ein, dass ich die Vollkasko-Versicherung nach vier Jahren gekündigt habe. Ob so ein Parkschaden trotzdem bezahlt wird? Kostet doch sicher ein paar Hunderter.
«Hoppla, den Blinker hat es auch erwischt», verkündet mein Sohn, «und den Nebelscheinwerfer!»
Mist!
«Wir müssen jetzt sofort zur Abendkasse, sonst findet die Fackelabfahrt ohne uns statt!», drängt meine Frau.
«Die findet sowieso ohne mich statt!», antworte ich grimmig.
«Ach, Schatzi! Nun sei doch nicht so! Ich lade dich auch nachher zu einem Punsch ein!»
‘Achtung, Alter!’, denke ich, ‘mach jetzt keinen Fehler! Auch wenn du lieber ein Bier hättest, sie hat «Schatzi» gesagt! «Wenn du meinst…», sage ich deshalb nur.
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