Aus der zweiten Reihe, Jugend 3

Sackgeld? Als ich noch jung war, musste ich Ärbetli erledigen, bevor es Moneten gab. Das war hart verdientes Geld! Einen grossen Rasen mähen war 50 Rappen wert. Die ganze Woche abwaschen und abtrocknen auch. Oder ein Garten-Beet umgraben. Für den Nachbarin posten gehen 20 Rappen. Für die Nachbarin immerhin 50 Rappen! Und Verwandte besuchen musste man auch. Da gab es nicht einmal einen Batzen, höchstens zu dritt eine Tafel Schokolade!

Jaja, heute! Da ist alles anders. Die Kinder sagen: «Die anderen kriegen aber mehr!» Oder: «Pro Altersjahr kriegt man einen Franken, steht in der Zeitung.» 

«In welcher denn? ICH habe das nirgends gelesen!» 

«Doch, doch. In ‘Fritz und Fränzi’!»

„Was ist denn das?“

„Eine Zeitschrift für Eltern!“

Für Eltern? Wohl eher für Kinder! Denen werd ich ‘was erzählen! Die sollen schreiben, dass es nicht nur Rechte für Kinder gibt, sondern auch Pflichten! Zimmer aufräumen, im Haushalt helfen… Und anständig zu den Eltern sein. Schliesslich kostet das durchschnittliche erste Kind eine Million Franken, die die Eltern in Ausbildung, Kleider, Ernährung, Möbel ecetera investieren! Da kann man doch auch eine gewisse Gegenleistung erwarten!


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