Der Winterbeginn nervt auch. Du denkst, die Gartenarbeit ist vorbei. «Schatz!», ruft meine Frau. Ich schrecke von meinem Nickerchen auf dem Sofa auf. Meine Alarmglocken schrillen, wenn sie mich «Schatz!» ruft. «Auf der Kellertreppe liegt Laub», informiert sie mich.
«So? Darf es sich da nicht niederlassen?», wage ich einen verzweifelten Versuch und bleibe liegen.
«Weisst du», säuselt sie, «für morgen sind ausgiebige Niederschläge angesagt. Ich glaube nicht», fährt sie fort, und ihr Blick wird boshafter, «dass du DANN die Treppe lieber wischst.» Sie stemmt die Hände in die Hüfte. «Und jetzt beweg deinen fetter werdenden Arsch, oder hast du gedacht, dass ICH die Treppe putze? Ich habe genug mit der WÄSCHE zu tun, auch mit DEINER!»
«Schon gut, schon gut! Bin ja schon fast unterwegs.» Ich seufze und hoffe, dass sie wieder zur Arbeit geht. Da könnte ich noch zwei, drei Minuten lieben bleiben und wach werden. Aber sie bleibt lauernd stehen. Mein letzter Versuch: «Möchtest du nicht einen Kaffee und etwas Süsses?»
«Vielleicht nachher. Wisch du jetzt zuerst die Treppe! Danach kannst du noch die verblühten Hortensien schneiden. Und wir haben kein Holz mehr im Haus für den Schwedenofen…»
Jetzt ist aber genug! Hastig will ich mich davon machen.
«Aber nicht in diesem Aufzug!»
Ich schaue an mir herunter. «Was denn? Ich wische ja nur schnell die Treppe!»
«Und die Blumen? Und das Holz? du trägst fast neue Hosen und dein schönstes Hemd! Zieh alte Sachen an!»
«Zu Befehl.»
«Und wenn du im Garten fertig bist, bin ich so weit mit Aufräumen. Dann kannst du noch Staub saugen!»
Wäre ja gut, wenn es mit ein Mal wischen erledigt wäre. Aber die verdammten Blätter sammeln sich immer wieder auf unserer Kellertreppe an. Ich glaube unterdessen fast, die veränderten Klima-Bedingungen haben einen Sog auf diese Treppe bewirkt! Oder die Nachbarn – und Nachbarinnen – blasen mit ihren Laubbläsern und -bläserinnen alles Laub von ihren Gärten zu uns, kaum sind wir einmal weg. Und nicht nur Laub! Auch Abfall: Verpackungen von Gummi-Bärchen (wohl vom Wohnblock nebenan?), eine Cola-Flasche (vom Nachbarn?), eine abgebrochene Wäscheklammer (von der Nachbarin?), ein (schon gebrauchter) Pariser (von einem Besucher der Nachbarin?) oder ein Fetzen von einer Windelpackung (vom Wohnblock?).
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