Dann haben wir noch einige nette Leute in der Nachbarschaft. Gewiss, man lädt sie ein, zweimal zu einem Dessert oder einem Abendtrunk ein. Wie bitte? Nein! Nicht pro Woche! Pro Jahr! Und meist mit dem Hintergedanken, dass sie dann nicht «Nein» sagen können, wenn du sie im Sommer darum bittest, in deinen Ferien den Garten zu giessen und nach der Post zu sehen. Früher waren wir auch froh, wenn sie die Katze fütterten. Die Nachbarn sind alle passabel. Ja, auch die Nachbarinnen! Wir fallen uns nicht um den Hals, aber wir grüssen und wechseln ein paar Worte, wenn wir uns sehen.
Gerade fällt mir ein, meine Frau wird dieses Jahr 50. Das wird schwierig! Wie soll man entscheiden, wer da eingeladen wird? Ich höre sie schon: «Also alle meine Verwandten sowieso!», wird sie sagen. Ach du Schreck! Das sind allein schon um die 40 Personen! Mit Kindern? Mit Hunden? Zum Mittagessen oder Abendessen? Oder «Tag der offenen Türe»? Und wie bringt man dann die «Überhöckler» wieder weg? «Dann natürlich Arbeitskollegen und -kolleginnen, Freunde und Freundinnen, alle die wir von unseren Freizeitbeschäftigungen und aus dem Urlaub kennen…» «Da brauchen wir ja mindestens eine Turnhalle», rutscht es mir unbedacht raus. «Gar keine schlechte Idee, Schatzi», meint sie, «da könnte man auch noch tanzen!» Ich raufe mir die Haare. Ich Depp! Bringe sie auf diese Idee! Da komme ich in Teufels Küche! Wenn jetzt alles schiefläuft, schleppt sie mich vor dem Fest noch in einen Tanzkurs! «Und für das Essen leisten wir uns ein Catering», entscheidet meine Frau, «und eine Putzequipe für die Reinigung!» Hol’s der Geier! Was das alles kosten mag! Ich glaube, ich muss doch bis mit 69 arbeiten!
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