Nein, das ist nicht dasselbe! Kann doch mit meiner Frau nicht über die Arbeit quatschen. Oder den Chef. Nein, es ist immer noch keine Chefin! Tut mir leid. Wie bitte? Ob wir auch über Frauen reden? Kommt schon mal vor. Über gewisse Vorzüge… Du weisst schon! Nicht? Also ich erzähle dir sicher nichts. Das ist fast wichtiger als ein Berufsgeheimnis! Der Gentleman schweigt und geniesst!
Frauen sprechen sicher auch über Männer! Erzähl mir doch nichts! Vielleicht eher über Pobacken und Muckis… Auf jeden Fall sitzen wir dann jeweils zu zweit im Restaurant, und ich zermartere mein Hirn, was ich sagen soll. Übers Wetter? Zu langweilig. Meine Plattfüsse? Uninteressant. Fussball? Da schläft meine Frau ein. Am ehesten noch IHRE Freundinnen. Aber aufgepasst! Zu grosses Interesse meinerseits könnte ein falsches Signal sein und schlafende Hunde wecken! «Was findest du ausgerechnet an DER spannend?», lautet dann die giftige Frage. Also besser mit dem Mann der Freundin anfangen: «Du, der Gustav, war der nicht einiges älter als deine Freundin?» Schon legt sie ihre Stirne in Furchen. «Warum willst du das wissen?» Ich überlege. War ja nur, damit ich ‘was gesagt habe. Weil sie sonst garantiert fragt: «Was denkst du gerade?» Dann stehe ich blöd da, wenn ich antworte: «Ach, nichts!» Denn das glaubt sie nicht. «Ihr Männer denkt ja sowieso nur immer an das Eine!», meckert sie dann, und meint Sex. Dabei bin ich durchaus auch mit einem Bierchen zufrieden…
Ich sage also: «Na, der Gustav ist doch einiges älter als ich. Geht der nicht schon langsam in Rente?» Jetzt schaut sie mich erschrocken an. «Sag mal, beschäftigst du dich JETZT schon mit deiner Pensionierung? Du hast doch sicher noch genug Arbeit, oder? Eigentlich solltest du noch (sie überlegt, will nicht 13 sagen und weicht deshalb aus) mindestens zwölf Jahre arbeiten. Oder muss ich mir Sorgen machen?» Ich schüttle den Kopf. «Also eigentlich waren wir ja bei Gustav, und nicht bei mir…»
«Aber aus irgendeinem Grund denkst du an ihn! Machst du dir Sorgen um ihn? Was weisst du, was ich nicht weiss? Nelly hat mir nichts gesagt!», empört sie sich.
Aha, richtig! Nelly heisst ihre Freundin mit den langen, blonden Haaren. Sieht immer noch gut erhalten aus, fast wie mit dreissig. «Nein, Schatz, jetzt reg dich bloss nicht auf. Mir war nur, ihr hättet euch kürzlich getroffen und…»
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