Aus der zweiten Reihe, Weihnachtskarten 1

Wie bitte? Weihnachtskarten? Nein, nein, meine Liebe, das ist gar nicht mein Ding. jaja, ich weiss schon, du willst nicht meine Liebe sein… Ob ich nicht gerne welche erhalte? Lieber nicht. Dieses Gesülze! Da bekommst du von irgendwem, von dem du das ganze Jahr nichts gehört hast, einen Weihnachtsbaum mit Geschenken drunter – also als Karte, meine ich – und ein paar allgemeine Floskeln: das Fest der Liebe, besinnliche Zeit, Lichtlein im Dunkeln, Rückblick aufs Jahr, blablabla. Und dann auch noch alles Gute fürs neue Jahr. Wenn’s ganz schlimm kommt noch der Hinweis auf die guten Vorsätze…

Na ja, meine Frau die schätz so ‘was. Sie kauft jedes Jahr Weihnachtskarten. Und die passenden Briefmarken dazu. Dann werden die Karten noch gepimpt, also aufgewertet: mit Sternlein, Kerzlein, Engelein und so weiter. Sie schreibt zuerst alle Texte als Entwurf vor. Dann werden sie mit Silber- oder Goldstift in stundenlanger Arbeit auf die Karte gemalt. Jetzt noch eine Masche glänzendes Geschenk-Band drauf. «Soll ich für dich auch gleich unterschreiben?», fragt sie noch, nachdem sie meinen Namen schon hingeschrieben hat.  Und dann möglichst schnell zur Post. Damit ja keine Karte zu spät kommt. Und damit die mit Karten bedachten Leute noch Gelegenheit haben, das schlechte Gewissen zu beruhigen und auch eine Karte zu schicken…


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