Jetzt hätte ich mich aufgeregt? Jetzt hören Sie mal zu, meine Gute! Wie? Sagt man halt so. Also: Wenn ich mich anstrenge, bekomme ich meinen Lohn. Wenn’s gut kommt, bringe ich es in meinem Leben mal auf 100’000 im Jahr. Davon lebt meine Familie. Ich muss also alles durch vier teilen. Und dann macht auch noch Väterchen Staat die hohle Hand. Jaja, von mir aus auch Mütterchen Helvetia… Ich bezahle für das Wohnen… Doch, doch, auch wenn das Haus mir gehört, bezahle ich viel fürs Haus: Unterhaltskosten zum Beispiel, Renovationen, PV-Anlage, Wärmepumpe… Also fürs Wohnen, für die Gesundheit, für die Versicherungen… Ja, ich habe auch eine Rechtsschutzversicherung. Allein schon wegen all den Idioten, die auf der Strasse herumfahren… Wie? Idiotinnen gibt es weniger, hahaha! Frauen fahren vorsichtiger. Schon die Chefs der Versicherungen bekommen 500’000 Franken und mehr. Das ist nicht, weil sie fünf Mal mehr Kinder haben als ich. Sie fressen und saufen auch nicht fünf Mal mehr als ich. Jaja, schon gut. Vielleicht geben sie dafür fünf Mal mehr aus als ich. Sie verdienen mehr, weil sie mehr „Verantwortung“ haben als ich. Und wie war das mit der Credit Suisse? Bezahlen die Chefs jetzt für das Chaos, das sie hinterlassen haben? Nein, sie bekommen alle ihre Boni, die sie trotz Misswirtschaft versprochen erhielten! Soll ich Ihnen sagen, was mir passieren würde, wenn ich so viele Fehler bei meiner Arbeit machen würde? Ich wäre längst entlassen! Im Gefängnis würde ich schmoren. So viel zum Thema „Verantwortung“!
Meine Erwartungen an die Politik? Hört mehr auf die Bevölkerung und weniger auf die Wirtschaft! Die Parteien sagen oft: Das Volk will das so. Dabei haben sie sich gar nicht im Volk umgehört, sondern bloss ihre Parteikumpels gefragt. Macht für Abstimmungen keine Pakete. Was nützt es, wenn im Parlament alle „Ja“ dazu sagen können? Ich verstehe diese Vorlagen nicht. Und dann bleibt mir nur, „Nein“ dazu zu sagen. Schlussendlich ist dann niemand mit der Vorlage zufrieden. Die Politiker… Ja, auch die Politikerinnen! – sollen mehr aufeinander zugehen, statt sich ans Bein zu pinkeln. Wenn eine Idee gut ist, spielt es doch keine Rolle, von welcher Partei sie kommt. Und wenn man unzufrieden ist, sollte man zuerst vor seiner Türe kehren, dann sieht man vielleicht auch das Brett, das man vor dem Kopf hat, hahaha!
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