Touristen

Nun steigen sie also ins Flugzeug: Die Touristen, die Obertouristen und die Oberst-Touristen. Die Ober-Touristen werden mit einem Vorhang von den normalen Touristen abgetrennt. Und die Oberst-Touristen gibt es in diesem Flugzeug real nicht, ist ja ein Charter-Flug. Es gibt auch jene normalen Touristen, die so tun, als wären sie etwas Besonderes: Sie bestehen darauf, dass sie bei der Notausstiegs-Türe sitzen dürfen, obwohl sie nicht diesen Platz reserviert haben, weil sie glauben, da mehr Raum zur Verfügung zu haben (und im Notfall als erste gerettet zu werden). Sie wollen beim Essen ein zweites Glas Rotwein zum Menu bekommen. Wenn es im Flieger endlich mal ruhig wird und alle ein Schläfchen machen wollen, rufen sie das Personal mit der Glocke für ein zweites Glas Wasser. Und wenn du es auf Platz xyC geschafft hast kurz einzunicken, schubsen sie dich auf dem Weg zur Toilette doch wieder wach.

Wenn sie nach Schliessung der Bar noch ein Bier wollen, hetzen sie einen einheimischen Kreolen durch die Nacht, dass er ihnen im weit entfernten Dorf noch ein Bier hole, für nur 80 Cent Aufpreis.

Und wo bitte, ist am Morgenbuffet ihr geliebtes Müesli? Diese Corn-Flakes da, die angeboten werden, sind natürlich kein passender Ersatz für die Spezial-Mischung zu Hause in der Schweiz. 

Am FrühstückstischDas Baby lehnt den Brei weinerlich ab. Es will auch keinen Schoppen. Lieber einen Schokokeks. Aber davon werden seine Hände dreckig und klebrig. Die Eltern brauchen Papierservietten, Mineralwasser und viel Geduld. Aber wohin nun mit den verschmutzten Servietten? Andere Gäste, die schon früher zum Frühstück kamen, haben ein kleines Schüsselchen für die Abfälle. Aha, hinter einer Säule findet der Vater das Gesuchte. Die Ehefrau nimmt das missmutige Kind auf den Schoss, gibt es aber bald dem Vater weiter. Dieser streicht dem Kind mit dem Bart über den Kopf. 


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