Ich habe nicht gewusst, dass die Mikropartikel von Plastik sich in Pflanzen und Tieren anreichern, wie sich die toten Tiere und Pflanzen vor Jahrmillionen in Erdschichten anhäuften, aus denen wir Erdöl und Kohle gewannen.
Ich habe nicht gewusst, dass das Bisschen Herumfliegen in der Welt für die wenigen Urlaubstage das Weltklima ein wenig verändert. Es wurden doch Autobahnen und Umfahrungen gebaut, damit man Auto fahren kann.
Ich habe nicht gewusst, dass der jahreszeitliche Schmuck meiner Wohnung zu einem globalen Handel führt. Ich habe auch nicht gewusst, dass dieser globale Handel zu einem Energieverbrauch führt, der astronomische Ausmasse erreicht.
Es hat mir niemand gesagt, dass die elektronische Kommunikation – unser jährliches Handy gib uns heuer – zu einer gesellschaftlichen Verböldung führt.
Es wurde mir verschwiegen, dass unser Konsum zum Raubbau an dieser einzigen Erde führt.
Es wurde mir stets gesagt, es sei erst fünf vor zwölf, es bliebe noch genug Zeit, um den Umwelt-Kollaps aufzuhalten.
Man versicherte mir, dass ich auf nichts verzichten müsse, solange ich bereit sei, auf alternative Energien umzusteigen.
Ich glaubte, dass es genüge, wenn ich mich gegen alles und jedes versichern lasse.
Ich dachte, dass noch genug Zeit bleibe, wenn nicht für meine Enkel oder Kinder, dann mindestens für mich.
Die Werbung versprach mir ein ewiges Leben, solange ich bereit bin, die richtigen Produkte zu kaufen (Anti-Age, garantierter Erfolg, verführerische Momente, blendendes Weiss, …)
Meine alternative Werbe-Welt verhiess mir ein Leben ohne Arbeit, Ärger und Verdruss, notfalls mit Leasing oder Kleinkrediten.
Ich habe nicht gewusst, dass meine Gier nach billigsten Produkten die Löhne in anderen Ländern tief hält.
Ich habe nicht verstanden, dass die Ärmsten der sogenannten Dritten Welt auch etwas vom Kuchen abbekommen wollen.
Ich habe mich dagegen gewehrt, dass jeder und jede zu uns kommen kann, wenn man auf der Welt verfolgt wird oder zu wenig zum Leben verdienen kann.
Ich habe nicht geglaubt, dass man wegen seiner Religion verfolgt, eingesperrt und gefoltert werden kann.
Ich habe nicht gemerkt, dass ich von der Propaganda – sowohl vom Westen, wie auch vom Osten – berieselt worden bin.
Ich war mir sicher, dass es gute und schlechte Menschen, aufrichtige und lügnerische Politiker, erfolgreiche Patrons und verschlagene Manager gibt.
Ich bezweifelte, dass Putin die Wahrheit sagt, meinte aber, das Gegenteil seiner Aussage entspräche ungefähr der Wirklichkeit.
Ich wusste nicht, dass jedes Geschäft mit China von der Kommunistischen Partie kontrollierte wird. Ich nahm an, dass die Schweizer Wirtschaft gleiches Recht in China geniesst wie die Chinesische Wirtschaft in der Schweiz.
Ich ahnte nicht, dass China ein Entwicklungsland ist und deshalb im Versandhandel keine Postgebühren zahlen muss.
Mir entging irgendwie, dass der Chinesische Staat Exportartikel subventioniert, nur um den Markt zu beherrschen.
Ich achtete nicht darauf, dass Verkehrswegen, Häfen, wichtige Fabriken in Europa (wie Novartis oder Alu-Menziken) von China aufgekauft wurden.
Es war mir nicht bewusst, dass wichtige Politiker des Westens vom Chinesischen Staat geködert und dann erpresst wurden.
Ich hatte auch keine Ahnung, dass sich kriminelle Organisationen in der Schweiz breit machten. Es fiel mir nicht einmal auf, dass es plötzlich ganz viele Nail-Studios und Barber-Shops gab, während gleichzeitig die meisten Boutiquen zumachen mussten. Aber auch ich schimpfte darüber, dass in der Altstadt immer mehr Läden schlossen.
Und dann dieser grässliche Verkehr! Man verliert ja Stunden, wenn man am Wochenende durch die Gotthardröhre in den Tessin fahren will!
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